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Wer bist du? – Betrachte dich in einem neuen Licht!

Ist dir schon einmal aufgefallen, wie oft wir Sätze mit „Ich bin …“ beginnen? Ich bin müde, ich bin aufgeregt, ich bin ein Tollpatsch, ich bin nicht schlau genug, ich bin noch nie gut im Zeichnen gewesen. Und gleichzeitig fehlen uns in der Regel erst einmal die Worte, wenn uns jemand fragt: „Wer bist du?“

Überlege einen Moment, bevor du weiter liest.
Wenn es dir wie den meisten geht, hattest du jetzt gerade eine Liste in deinem Kopf, auf die nach und nach eine Menge Wörter gewandert sind. Ich bin, ja was? Mutter, gelernte IT-Systemelektronikerin, 1,68 m groß, Steinbock, auf einem Bauernhof aufgewachsen, gerne draußen, kreativ und manchmal ganz schön ungeduldig, eher zurückhaltend.
Rollen, Eigenschaften, Makel, Stärken, Überzeugungen, gesammeltes Wissen über uns selbst – all das kommt auf die „Ich bin …“-Liste. Je länger du nachdenkst, desto mehr Worte sammelst du.
Wenn du andere fragst, wer du bist, werden sie dir aller Wahrscheinlichkeit nach auch eine Liste mit Punkten aufzählen, die du mehr oder weniger zutreffend findest. Aber bist du bloß eine Eigenschaften-Sammlung? Eine Rollenliste? Eher nicht, oder?

Worte sind eine ziemlich praktische Sache. Sie ermöglichen uns, an und für sich vage oder komplizierte Sachverhalte kurz zusammenzufassen und einander zu übermitteln. Ich kann von mir sagen, ich bin kreativ und in deinem Kopf entsteht ein Bild von Kreativsein in Verbindung mit mir. Das ist auch nicht verkehrt. Aber kann dieses eine Wort tatsächlich fassen, was Kreativsein für mich heißt, was es mir wirklich bedeutet? Nö. Dazu müsste ich weiter ausholen und eine Menge mehr Wörter auf eine Weise aneinanderfügen, die dir eine genauere Vorstellung davon verschafft. Und selbst dann wäre deine Auffassung nie hundertprozentig deckungsgleich mit meiner. Denn Worte sind in ihren Möglichkeiten einfach wahnsinnig limitiert.

Wir kategorisieren uns und andere trotzdem gerne mitprägnanten Begriffen. Schublade auf, Person rein, Schublade zu. Und damit machen wir aus uns und unserem Selbst ganz schnell etwas sehr simpel Gestricktes. Wir sind eben ungeduldig, ein Morgenmuffel, übergewichtig, Rechtsanwaltsfachangestellte. Soll das wirklich alles gewesen sein?

Warum wir uns in diese Schubladen packen? Weil sie uns Halt geben. Ganz einfach. Wir machen im Laufe unseres Lebens verschiedene Erfahrungen, wie dass wir im Zeichnen keine besonders beeindruckenden Ergebnisse hervorbringen. Vielleicht waren wir ja halbwegs zufrieden mit dem Gemalten, aber dann haben wir festgestellt, dass die Bilder anderer Kinder schöner waren oder jemand hat unser Werk schlecht gemacht. Oder die Erfahrung, dass uns Schokolade verdammt gut schmeckt und es uns froh macht, welche zu naschen. Solche Dinge merken wir uns natürlich, denn wir wollen uns nicht demnächst wieder beim Zeichnen schlecht vorkommen und auch nicht nach Süßigkeiten greifen, die vielleicht nicht schmecken, wenn wir schon wissen, dass Schokolade der Himmel auf Erden ist. Wir orientieren uns an unseren Erfahrungen, irgendwann werden sie zu Überzeugungen und nach einer Weile sind diese Überzeugungen so fest, dass wir die Schublade, in die wir uns gesetzt haben, für die ganze Welt halten.
Es ist relativ einfach, in so einer Welt zu navigieren. Du kennst alles, weißt alles, hast deine festen Abläufe und Wahlmöglichkeiten. Das gibt viel Sicherheit und die brauchen wir manchmal auch dringend, gerade, wenn zum Beispiel große Veränderungen anstehen. Mutter zu werden, einen gemeinsamen Haushalt gründen, eine Trennung.

Wir orientieren uns an unseren Erfahrungen, irgendwann werden sie zu Überzeugungen und nach einer Weile sind diese Überzeugungen so fest, dass wir die Schublade, in die wir uns gesetzt haben, für die ganze Welt halten. Klick um zu Tweeten

Allerdings hat die Schublade auch Nachteile, so bequem sie sich anfühlen mag. Das Leben in ihr wird schnell öde. Die Tage gleichen einander so sehr, dass du sie nicht mehr auseinanderhalten kannst. Dir geht die Lebensfreude verloren, die Lust auf Neues. Dir fehlt Abenteuer, Aufregung und bald auch eine Vision für deine Zukunft.
Alles, was dir bleibt, ist, dir in deiner Schublade Ersatzbefriedigung zu suchen. Schokolade gegen den Frust, Einkaufen, Alkohol – oder du wirst einfach immer matter und findest dich damit ab, dass das Leben eben kein Ponyhof ist. Zumindest nicht für Menschen wie dich, weil du so bist, wie du bist.

Was du über dich denkst, bestimmt also nicht nur, ob du entspannt zum Zeichenstift greifst – die Gesamtheit deiner Überzeugungen bildet den Rahmen dessen, was in deinem Leben möglich ist. Unter Umständen wird dein Spielraum sogar im Laufe der Jahre immer kleiner, einfach weil noch mehr beengende Überzeugungen dazu kommen. Die fühlen sich in großen Rudeln nämlich erst richtig wohl. Ich spreche da aus Erfahrung …

Letztlich bleibt mir nichts anderes übrig, als dir mit Worten einen Eindruck von dem zu vermitteln, was ich über Begrenzungen, Glaubenssätze und das Selbst inzwischen weiß. Aber du bekommst gleich Gelegenheit, das für dich selber zu überprüfen und auf Entdeckungsreise zu gehen. Letztlich ist das Erfahren immer der Schlüssel zu einer Veränderung. Erzählen kann man dir schließlich viel. Erst, wenn du etwas selbst erlebst und fühlen kannst, hast du die Chance, es in dein Leben zu integrieren. Okay, legen wir los:

Letztlich ist das Erfahren immer der Schlüssel zu einer Veränderung. Erzählen kann man dir schließlich viel. Erst, wenn du etwas selbst erlebst und fühlen kannst, hast du die Chance, es in dein Leben zu integrieren. Klick um zu Tweeten

Das Selbst ist alles, was du bist. Dazu gehören dein Körper, dein Geist, deine Seele. Deine Träume, Ängste, deine Sehnsüchte, deine Talente, deine Erfahrungen, deine Gelüste, deine Abneigungen, jede Entscheidung, die du triffst, wie du der Welt begegnest, was du liebst, wie du dein Leben gestaltest, an welchen Werten du dich orientierst, deine Gedanken, dein Handeln und deine Worte.

Das Selbst setzt sich aus unendlich vielen „Dingen“ zusammen, die alle miteinander verwoben sind. Und die können auch komplett widersprüchlich sein. Du kannst Nähe lieben und Alleinsein, du kannst heute Lust auf Fastfood haben und dich morgen über eine Schüssel Salat freuen. Du kannst morgens oft nicht aus dem Bett kommen – oft aber auch schon. All das zu benennen und geordnet aufzuschreiben, was dich ausmacht? Puh, könnte schwierig werden. Zu trennen, was davon deine ureigensten Impulse sind, was von außen kommt und vielleicht eine Anpassung an die Umstände deines Lebens ist? Für den Verstand so gut wie unmöglich.

Was ist also das Selbst? Es ist alles, was du mit deinem Sein in die Welt hineingibst. Das ist weit mehr, als du auf eine Eigenschaften-Liste packen kannst. Sehr viel mehr. Sehr viel widersprüchlicher, chaotischer, unmöglich gemeinsam in ein eine einzige Schublade zu packen. Und vor allem: kaum in Worte zu fassen. Das alles bist du.

Egal, wie du dich selbst definieren würdest: Dir ist nichts Menschliches fremd. Potentiell kannst du tatsächlich alles sein, die ganze Bandbreite menschlicher Erfahrung machen, alles leben und ausprobieren, was das Menschsein hergibt. Wenn die Umstände es erlauben, kannst du der friedlichste, liebevollste Mensch sein. Wenn deine Situation aussichtslos und gefährlich für dich wird, kannst du in der Lage sein zu töten. Und wenn du von dir glaubst, du wärst total schüchtern, dann stellst du vielleicht fest, dass du manchmal trotzdem ganz schön mutig sein kannst. Es kommt eben drauf an, was du gelernt und erfahren hast und natürlich auch darauf, welches Temperament du grundsätzlich mitgebracht hast. Je nachdem fallen dir bestimmte Handlungsweisen oder Reaktionen leichter. Aber dir steht die ganze Bandbreite zur Verfügung. In jedem Moment.
Macht es da Sinn, dich selbst auf einzelne Eigenschaften oder Rollen zu beschränken? Bist du nicht sehr viel mehr, ist dein Spielraum nicht tatsächlich sehr viel größer?

Klar, theoretisch ist das so, da stimmst du mir vielleicht noch zu. Aber praktisch? Ja, praktisch stehen uns nicht immer alle Möglichkeiten offen. Theoretisch kann man leicht sagen, wenn sich Wut zeigt, nehme ich diese Energie und renne damit eine Runde durch den Wald, bevor ich jemanden anbrülle. Praktisch laufen unsere eingespielten Reaktionsmuster aber so schnell ab, dass es schwierig ist, sie zu unterbrechen. Das erfordert viel Achtsamkeit, Geduld und Reflexion. Aber ich möchte dich einladen, zumindest in Betracht zu ziehen, dass du nicht festgelegt bist auf ein paar wenige Muster und Eigenschaften.

Wenn du diesen Gedanken ein bisschen auf dich wirken lässt und vielleicht ein Stück weit durch den Tag mitnimmst, wirst du entdecken, wie unglaublich viel und vielschichtig dein Selbst ist. Einfach, indem du Begriffe und Wertungen weglässt.

Ziehe dich zurück und schließe für einem Moment die Augen. Wenn du ruhig und entspannt bist, lasse langsam all die Eigenschaften auftauchen, über die du dich normalerweise definierst. Zähle einfach einige Gedanken auf, was und wie du bist und spüre nach, wie sich das anfühlt. Das dürfen auch positive Eigenschaften sein. Nimm einfach, was dir in den Sinn kommt. Wie fühlst du dich damit? Lass dir ruhig etwas Zeit dafür.

Wenn du soweit bist, hole tief Luft und lasse mit der Ausatmung all das von dir gleiten. Stelle dir vor, wie die ganze Ladung Eigenschaften von deinem Kopf, deinem Nacken, deinen Schultern zu Boden gleitet und dich frei zurücklässt. Atme ruhig mehrmals tief ein und aus und lass alles gehen, was du über dich wusstest. Du brauchst es nicht mehr. Jetzt nicht und später auch nicht.

Fühle, wie es dir damit geht. Nimm dir auch hier so viel Zeit, wie du brauchst, bevor du langsam zurückkehrst.

Ich lade dich ein, auch deinen Alltag einmal ganz bewusst ohne Begriffe und gedankliche Begrenzungen zu leben.
Versuche, deine Handlungen nicht in „richtig“ und „falsch“ zu kategorisieren. Versuche, Wertungen und Worte für dich selbst wegzulassen. Wenn du dich ärgerst, dann nimm das einfach wahr, ohne mit dir deswegen zu schimpfen oder den Ärger falsch zu finden. Falls du unsicher bist, dann nimm das einfach mal so hin, ohne es in die „ich bin zu unsicher“-Schublade zu packen.
Wenn du deine Arbeit erledigst, erledige sie einfach. Denke nicht drüber nach, was von deinem Job langweilig oder stressig ist und ob du das gut kannst oder nicht. Beobachte dich einfach und erlaube dir wahrzunehmen, wie du dich anfühlst. Wie grenzenlos und weit du tatsächlich bist, wie vielfältig deine Empfindungen sind.
Und wie unnötig Wertungen sind. Ich wette, du bist sehr gut lebensfähig und nichts gerät aus den Fugen, nur weil du deine Unsicherheit nicht verurteilt hast oder dich über deinen Ärger geärgert.

Dich wertungsfrei wahrzunehmen wird dir wahrscheinlich nicht von jetzt auf gleich gelingen, aber spiele einfach ein bisschen damit. Gib dir die Chance, deinen eigenen Blick auf dich offener zu machen. Du musst das nicht perfektionieren, schau einfach, was geschieht, wenn du diese Tür für dich ein Stückchen öffnest.

Erlaube dir hin und wieder den Gedanken, dass du überhaupt nicht gezwungen bist, immer DU zu sein. Immer das Selbst sein zu müssen, dessen Eigenschaften du irgendwann einmal für dich in Anspruch genommen hast oder das andere für dich… Klick um zu Tweeten

Was ist dein Selbst jetzt für dich? Etwas unglaublich Faszinierendes, Lebendiges, Überraschendes? Du brauchst keine Worte dafür, es reicht, wenn du dich fühlst.

Wenn ich dir etwas mitgeben darf auf deinen Weg: Dann lebe, als ob du nicht wüsstest, wer du bist!

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Lass die Begrenzungen hinter dir, suche nicht mehr nach Worten, halte dich nicht an der Vergangenheit fest und an den Erfahrungen, die du schon gemacht hast. Das fühlt sich vielleicht an, als würdest du auf einem Drahtseil balancieren und jetzt komme ich und sage dir, lass die Halteleine los, an der du dich entlang gehangelt hast. Ziemlich verrückt? Auf jeden Fall! Spürst du den Kitzel in deinem Bauch, das Kribbeln in deinen frei gewordenen Händen?

„Ich bin“ ist übrigens ein vollständiger Satz. Und ein sehr mächtiger dazu, weil er alle Möglichkeiten, alle Kraft und allen Mut enthält. Darüber erzähle ich ein anderes Mal mehr.

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Karin Pelka

Hallo, liebe Suchende, mein Name ist Karin Pelka und ich weiß, wie es ist, im Dunkeln zu stehen, nicht zu wissen, ob ich meiner Sehnsucht vertrauen kann. Lange genug bin ich umher geirrt und habe mich oft selbst verraten, falsche Kompromisse gemacht. Auf eigene Faust ins Licht zu finden, das geht, denn irgendwann habe verstanden, was mich ruft – aber es ist mühsam und oft eine sehr einsame Angelegenheit.

Meine Erfahrung und all mein über viele Jahre angehäuftes Wissen über Psychologie, Meditation, innere Arbeit, schamanische Reisen, Imagination, Bewegung und Kreativität fließen hier zusammen und helfen dir, deinen Weg sicher und mutig zu gehen.

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