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Was es wirklich bedeutet, eine Situation anzunehmen – und wie dich Annehmen zu Veränderung führt

Situationen annehmen

Den Tipp, dass man Situationen, Menschen, Umstände einfach nur annehmen müsste, dann wäre automatisch alles gut, hast du bestimmt auch schon einmal gehört. Einfach keinen Widerstand empfinden, und schon ist nichts mehr schlimm. Und wenn es dir wie den meisten Menschen geht (mich eingeschlossen), wirst du beim Gedanken an den super anstrengenden Kollegen, die Miesen auf dem Konto oder auf das Weltgeschehen spontan den Kopf geschüttelt haben. Alles, was schlecht ist, was dich und andere verletzt, dir den letzten Nerv raubt und offensichtlich dazu führt, dass sich auf dieser Welt nichts zum Guten wendet, soll man annehmen? Vielleicht noch gut finden? Damit es … – ja was, plötzlich völlig in Ordnung ist, wie es ist?

Falls du dich da wiedererkennst, ist dieser Text genau für dich! Ich muss gestehen, dass ich das auch lange so gesehen habe, mich über meinen Widerstand definiert habe und daran festgehalten habe, die Dinge, die im Außen schief laufen, grauenhaft zu finden. Kleiner Spoiler: Was im Außen schief läuft, wird sich durch dein Annehmen weder plötzlich in Wohlgefallen auflösen, noch geht es beim Annehmen darum, dir etwas schön zu reden. Es geht dabei viel mehr um dich selbst. Um deinen Umgang mit der Welt da draußen einerseits. Aber noch viel mehr um deinen Umgang mit dir und deinen Empfindungen. Also, lass uns direkt einsteigen und ergründen, was es mit dem Thema „Annehmen“ wirklich auf sich hat und wie du es für dich nutzen kannst.

Normalerweise fallen einem ja eine Million Dinge ein, die man doof findet, nicht will oder sogar ganz schlimm findet. Das geht von gewissen Speisen, über Menschen zu politischen Meinungen, betrifft gesellschaftliche Themen, den Umgang anderer Menschen miteinander. Die Liste der Dinge, die einfach gar nicht gehen, ist ziemlich lang. Was wir dagegen richtig gut finden würden? Puh, da müssen die meisten schon etwas länger überlegen. Denn bei näherer Betrachtung schmeckt Schokopudding zwar total lecker, aber wirklich gesund ist er ja nun nicht. Und die ganzen Kalorien erst … und überhaupt! Wir finden in aller Regel in jeder Suppe ein noch so kleines Haar und das wird dann sehr schnell wichtiger, als all das, was an der Suppe eigentlich total in Ordnung gewesen wäre.

Diese Grundhaltung, die verdammt menschlich ist, hat zu Folge, dass wir uns überwiegend mit Dingen beschäftigen, die irgendwie bäh sind. Da ploppt eine Schlagzeile auf, die uns triggert, wir lesen über Mord, Folter, Ungerechtigkeit und Verderben – und fühlen uns entsprechend rundum mies. Alles in uns ruft: Das darf nicht sein! Das ist nicht in Ordnung! Jemand müsste das stoppen!
Auch bei anderen Menschen geht es uns so. Uns fallen die nervigen Angewohnheiten, die Inkompetenz, körperliche Makel, unpassendes Verhalten und tausend andere Bähs verdammt schnell ins Auge. Und mal ehrlich, worüber reden wir, wenn wir mit jemanden über Abwesende reden? Selten über deren gute Seiten! Meistens lästern wir mehr oder weniger intensiv. Das gibt herrlichen Gesprächsstoff und das gute Gefühl, irgendwie besser zu sein, als der Belästerte. Eigentlich ganz gut fürs Ego, aber auch hier sind wir überwiegend mit dem beschäftigt, was bäh ist.
Und bei uns selbst? Da fallen uns auch überwiegend die Makel zuerst ins Auge und all die Gründe, warum wir nicht so rundum toll sind, wie wir gerne wären.

Wir leben in einer dualen Welt. Es gibt genau zwei Kategorien, in die wir einsortieren, was wir erleben. Gut und schlecht. Für das, was uns nicht interessiert, haben wir noch die Weiß-nicht-mir-egal-Ecke. Natürlich kann man die Einladung zu einer Geburtstagsfeier zwar gut finden, aber vielleicht etwas weniger gut, als überraschend eine Reise auf die Kanaren zu gewinnen. Und auch bei den schlechten Sachen machen wir gewisse Abstufungen. Aber generell ist etwas entweder gut für uns oder schlecht. Wir sind es gewohnt, diese Entscheidungen schnell und schier unumstößlich zu treffen. Sich später noch einmal anders zu entscheiden, kommt manchmal fast einer Kapitulation gleich. Deshalb kann man auch so ausdauernd streiten, unversöhnlich sein und die Argumente anderer rundweg abschmettern, ohne sie wirklich gehört zu haben.

Das ist genau das, was uns momentan das Thema Corona wunderbar vor Augen führt. Sobald jemand anderer Meinung ist, wird er sofort zum kompletten Idioten und aus anfangs vielleicht noch halbwegs stichhaltigen Argumenten wird schnell ein Pöbeln und Geifern, von dem keiner so recht weiß, woher es kommt. Oder wie man es wieder loswerden soll. Und am Ende hocken alle wutschnaubend und voller Stresshormone daheim und finden alles schlimm.

Warum die Gemüter so dermaßen hochkochen und niemand einen Schritt zurück machen und dem anderen einen Punkt zugestehen wird? Weil wir es nicht nur gewohnt sind, schnell und unerbittlich zu urteilen, sondern auch, weil wir uns über unser Urteil selbst definieren.

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Missbrauch, Umweltverschmutzung, wenn jemand in unseren Blumenkübel kotzt – das alles finden wir nicht gut. Und wir tun selbst auch nichts dergleichen. Wir sammeln ja unseren Müll ein, haben einvernehmlich Sex mit Erwachsenen und übergeben uns, wenn überhaupt, dann brav in die heimische Kloschüssel. Wir sind also nicht schlecht, wir sind gut. Ja, unsere Urteile und das Ablehnen von Umständen, das Lästern über andere, das dient auch dazu, uns selbst gut zu fühlen. Es grenzt uns ab von den Dingen, die nicht in Ordnung sind und damit sind wir automatisch auf der guten Seite.

Aber brauchen wir all die Urteile und all das Abgrenzen überhaupt?
Stell dir mal für einen Moment vor, du würdest etwas oder jemanden, das dir zuwider ist, nicht schlecht finden, sondern es einfach so hinnehmen? Atme ruhig ein paar Mal tief durch, stelle dir eine Sache vor, die du ganz schlimm findest und dann stelle dir vor, du sagst dazu: „Ja, das geht in Ordnung.“
Wenn du jetzt deine Gefühle wahrnimmst, weißt du, warum du deine Ablehnung bisher gebraucht hast. Da wird Anspannung, Ekel, Wut, Verzweiflung und plötzlicher Schmerz in dir aufwallen.

Du kannst das jederzeit wieder stoppen, indem du laut oder leise Nein sagst, den Kopf schüttelst, an etwas anderes denkst. Das sollte relativ leicht gehen, denn das ist es, was wir normalerweise machen, wenn wir urteilen, klare Grenzen zwischen gut und schlecht ziehen. Wir lehnen etwas rundweg ab, sagen ganz klar Nein dazu, schütteln den Kopf und halten mit allem dagegen, was wir haben.

Wir benutzen unsere Ablehnung, unser vehementes Nein letztlichendlich als Bollwerk gegen das Böse. Gegen die Ungerechtigkeit, die uns oder anderen widerfährt, gegen blöde Leute, gegen alles, was wir nicht mögen. Das gibt uns auf eine gewisse Weise Kontrolle über diese Dinge. Sie bleiben dann nämlich zumindest soweit auf Abstand, wie unsere Ablehnung sie halten kann. So ungefähr auf Armlänge eben. Und damit all das draußen bleibt und wir davon sicher abgegrenzt sind, ist permanente Arbeit erforderlich. Das merken wir in aller Regel gar nicht, denn das ist, was wir als unser normales Lebensgefühl kennen.

Aber wenn du es genau wissen willst, dann nimm dir einmal die Zeit und fühle hin, wie oft du innerlich Nein sagst den Tag über. Das Nein zum Weckerklingeln wird wahrscheinlich den Anfang machen, dann ein Nein zum Aufstehen und das warme Bett hinter sich zu lassen, ein Nein zu der Kaffeemaschine, die heute Mucken macht, ein Nein zum Kind, das die zweite Socke irgendwie verloren hat, ein Nein zur Uhr, die schon später anzeigt, als es uns lieb gewesen wäre … wie geht es dir, wenn du durch Social Media scrollst, Nachrichten liest, im Stau stehst, etwas fertig kriegen musst, aber die Zeit fehlt?

Beobachte deine Gedanken und vor allem auch deine Körperempfindungen und nimm einfach einmal wahr, was da in dir passiert. Vielleicht stellst du fest, dass du die Kiefer ganz schön feste aufeinanderpresst, dass dein Nacken verspannt ist, deine Brust eng.
Es geht momentan nicht darum, etwas daran zu verändern, sondern viel mehr darum, es überhaupt einmal zu bemerken.

Wahrscheinlich werden sich da jede Menge Neins bemerkbar machen. Und jedes dieser Neins kostet dich eine Menge Kraft und vor allem deine Leichtigkeit. Denn wenn du genau hinfühlst, wirst du merken, dass du dich damit ganz schön schwer und, ja, negativ anfühlst.

Warum wir trotzdem innerlich so oft nein sagen, als wären wir der Trotzphase nie entwachsen, sondern hätten sie nur heimlich nach innen verlegt? Weil uns unser Nein ein Gefühl von Sicherheit gibt. Von Kontrolle.

Natürlich wissen wir, dass unser Nein keinen Öltanker daran hindern wird, ein Leck zu bekommen. Unser Nein ändert auch nicht das Wetter. Trotzdem kommentieren wir innerlich mit einem Daumen nach unten. Manche Dinge können wir aber zumindest minimal beeinflussen mit unserem Nein. Wenn wir laut und oft genug nein sagen, können wir vielleicht verhindern, dass die neue Ortsumgehung direkt an unserm Gartenzaun entlang gebaut wird. Vielleicht können wir sogar verhindern, dass Menschen in die Regierungsverantwortung gewählt werden, die wir dort nicht haben wollen. Wir müssen nur laut genug Nein sagen und Mitstreiter finden. Ein klares Nein zu dem unangenehmen Typen, der uns anbaggert, verhindert hoffentlich, dass er uns weiter belästigt. Ein Nein zu einem Kleinkind, das seinen Karottenbrei als Shampoo benutzen will, ist auch ziemlich nützlich, wenn auch manchmal trotzdem vergebens.

Ein klares Nein kann also tatsächlich etwas bewirken und es selbstbewusst äußern zu können, ist wichtig, wenn wir nicht überrumpelt oder in hässliche Situationen gebracht werden wollen. Ein Nein ist wichtig, damit unser Zusammenleben funktioniert und sich der Forschere nicht einfach nimmt, was ihm gerade gefällt.

Wenn uns nun aber ein inneres Nein davor schützt, Schmerz zu fühlen und ein äußeres Nein das Zusammenleben für alle irgendwie erst halbwegs fair ermöglicht, warum ist das Nein dann nicht der Weg, alles besser zu machen und sich besser zu fühlen?

Wie das? Wie kann ein Nein zu unfairen, grausamen Umständen ein Nein zu mir selbst sein? Das ist der eigentliche Knoten, den es zu lösen gilt, das eigentliche Geheimins des Annehmens.
Es geht darum, dein Nein nicht mehr gegen dich selbst zu richten. Du darfst es im Außen gerne bestehen lassen. Es ist dort auch richtig und wichtig, Position zu beziehen und nicht alles einfach geschehen zu lassen, wie es eben geschieht, in der Annahme, die Welt würde von allein super kuschelig und zum Paradies. Manches braucht ein klares Nein.

Es geht letztlich darum, in dir selbst zuzulassen, was die Welt und ihre Umstände in dir auslösen. Es geht darum, zu fühlen, was in dir los ist, was mit dir geschieht, wenn du etwas erlebst, etwas hörst, davon liest. Zu fühlen, was in dir passiert, wenn dein Kind eine Breischlacht veranstaltet oder die Krise kriegt, weil die zweite Socke nach einer halben Sekunde Suchen nicht aufgetaucht ist. Es geht darum, was du fühlst, wenn es um Missbrauch, Unterdrückung, Gewalt und Verrat geht.

Die damit verbundenen Gefühle sind alles andere als schön, so viel steht fest. Denn wenn sie schön wären, hätten wir dagegen kein Bollwerk errichtet. Und das betrifft nicht nur scheinbar unpersönliche Dinge, die dir eben unangenehm sind, die aber kaum etwas mit dir und deiner persönlichen Situation zu tun haben.

Zuallererst betrifft es all die Empfindungen, die wir mit allen Mitteln in unserem direkten Erleben vermeiden wollen. Dass wir uns blamieren, Unrecht haben, einen Fehler gemacht haben, uns schämen, Angst haben, uns ausgeschlossen fühlen, abgelehnt oder missachtet. All das, wovor wir uns irgendwie fürchten.

Denn letztendlich geht es gar nicht darum, wer den Müll heraus bringen soll oder den Termin beim TÜV vergessen hat, sondern darum, dass wir unsere Schuld, unser Kleinsein, unser Nachgeben nicht spüren wollen. Würden wir es nämlich zulassen, dass wir uns schuldig und schlecht fühlen, müssten wir eben dieses Gefühl aushalten. Damit irgendwie klarkommen. Und weil wir das nicht gelernt haben, haben wir ganz schön Angst davor.

Und daher kommen Abwehrhaltungen, Streiterein und Missgunst im Kleinen, im ganz normalen Familienalltag und im Job. Keiner möchte sich blöd fühlen, alle haben Angst, das Gesicht zu verlieren, die Dinge zu nah an sich herankommen zu lassen, also werden die Krallen ausgefahren und alles auf Armlänge ferngehalten, was sich nur im Entferntesten blöd anfühlen könnte. Und allein die Angst davor, dass etwas unsere Abwehr durchbricht, sorgt schon für Verspannungen und Stress im ganzen Körper.

Also vermeiden wir Streit, sind lieber passiv-aggressiv und/oder reden uns ein, dass wir da komplett drüber stehen und das alles ja eh nichts mit uns zu tun hat. Hat es aber dummerweise doch.

Diese Abwehrhaltung endet nicht dort, wo es um unsere Beziehung zu anderen geht. Sie reicht noch tiefer. Sie betrifft auch Teile von uns selbst, die wir ablehnen. Unseren Körper, der nicht makellos und schablonenkonform ist, unser mangelndes Talent für dieses oder jenes, unser Unvermögen, einfach anders, cooler, taffer und erfolgreicher zu sein, unsere Vergangenheit, die wir mit uns herum schleppen und nicht abschütteln können … all das kassiert von uns erst einmal ein Nein, denn es ist doof, fühlt sich schrecklich an und wir sind besser dran, wenn wir es nicht spüren müssen. Also: Weg damit. Oder, wenn das nichts hilft: Schöne Phrasen drüber decken, die uns irgendwann dorthin bringen sollen, dass wir uns selbst lieben und mit uns klarkommen können.

Aber nichts davon funktioniert besonders gut. Und nicht ohne Nebenwirkungen.

Jedes Mal, wenn du etwas von dir selbst und an dir selbst mit einem Nein in die Ecke schickst, verletzt du dich selbst. Jedes Mal, wenn du etwas von dir verurteilst, sitzt du mit im Kerker. Weil wir das so gewohnt sind und auch recht gut darin, Unangenehmes in uns wegzudrücken und stattdessen lieber den Blick nach außen lenken und dort etwas suchen, worauf wir unsere unangenehmen Gefühle richten können oder was als Stellvertreter-Grund für unser Missempfinden herhalten kann, fällt das gar nicht weiter auf. Aber letztlich führt dieses Ablehnen und Wegdrücken dazu, dass wir uns niemals als heil und ganz empfinden, dass wir niemals ganz bei uns ankommen können.

Wir müssten ja erst perfekt sein, es dürfte nichts mehr an uns sein, was wir ablehnen müssen, wir dürften all das Schlechte, Unangenehme, Böse nicht mehr in uns fühlen, dann wären wir frei und glücklich und eins mit uns selbst.

Leben heißt zuallererst: Fühlen. Leben. Das heißt einfach, dass du da bist, wahrnimmst, fühlst. Daraufhin kannst du handeln, auch dabei fühlen, wahrnehmen. Aber gerade das Fühlen macht uns oft eine Heidenangst. Weil Gefühle sich so übermächtig, so grausam, so gemein anfühlen können, weil sie Gedanken triggern, die uns nur noch weiter in das Elend hinab ziehen und uns noch mehr Leid empfinden lassen. Weil Erinnerungen hochkommen, die uns zeigen, dass wir all das schon einmal erlebt haben, dass wir es immer wieder erleben werden und dass es uns am Ende umbringen wird.

Doch der Punkt ist, dass wir erst frei sein können, uns heil und ganz fühlen, wenn wir unser Fühlen annehmen. Wenn wir unser Fühlen wahrnehmen, es aufwallen lassen, bei ihm bleiben und wahrnehmen, wie es wieder verebbt.

Annehmen einer Situation, eines Umstandes, anderer Menschen, die wir nicht (so) wollen, hat also zuerst etwas damit zu tun, wahrzunehmen, was in uns selbst dabei vorgeht. Was macht das mit uns? Wo genau fühlt sich was wie an? Und zu diesem Gefühl in uns Ja zu sagen.

Ja, egal, wie mies es sich gerade anfühlt, ja, egal, wie ekelhaft es ist. Es ist nur ein Gefühl, das in dir tobt. Das bist nicht du. Und dein Ja zu diesem Gefühl ist kein Ja zu dem Umstand, der es auslöst. Es ist einfach nur ein Annehmen deiner selbst in dieser Situation. Mit all deiner Angst, deiner Unsicherheit, deiner Abwehr, deinem Schmerz.

Du kannst lernen, Gefühle anzunehmen. Auch und besonders die Unangenehmen. Und aus diesem Annehmen heraus kannst du viel freier und viel mehr im Frieden mit dir selbst kluge Entscheidungen treffen, wie du damit umgehen magst. Dann kannst du auch einmal nachgeben, ohne das Gefühl, dich selbst zu verraten. Dann kannst du selbstsicher für dich einstehen, ohne in panisches Hauen und Beißen zu verfallen. Überhaupt werden dir viele Dinge weniger wichtig und dramatisch erscheinen, wegen derer du früher vielleicht fuchsteufelswild geworden wärst.

Nein, zuallererst gewinnst du selbst. Du gewinnst dich selbst ganz und gar zurück und musst nichts mehr in dir niederkämpfen, ablehnen und verurteilen. Und du gewinnst die Freiheit, dich selbstbewusst da zu äußern, wo es sinnvoll ist und dich über den Rest wirklich nicht mehr aufzuregen. Du gewinnst paradoxerweise gerade durch das Annehmen deiner eigenen Empfindungen eine neue Art von Abstand zu ihnen. Sie fressen dich nicht mehr auf, vernichten dich nicht und steuern dich nicht mehr. Sie werden viel mehr ein Teil von dir, den du wahrnehmen und zulassen kannst. Sie kommen, sie gehen. Sie zeigen dir, was du möchtest und was du nicht möchtest, womit du gute Erfahrungen gemacht hast, und womit schlechte. Aber sie halten dich nicht mehr als Geisel.

Die Abwehr niederzulegen, ist ein ganz schön schwerer Job. Das fühlt sich an, als würde man sich auf offener Straße mal eben ausziehen und den blanken, verletzlichen Körper schutzlos allem ausliefern, was kommt. Fange am besten im Kleinen an, erlaube dir, hier und da wirklich zu fühlen, was du fühlst. Denke daran, du bist Meisterin im Barrikadenbauen, du kannst jederzeit stoppen, was dir zu viel ist.

Schließe, wenn du kannst, die Augen, konzentriere dich auf deinen Atem und fühle, was in deinem Körper los ist. Einfach fühlen und atmen. Sobald sich der Kopf einschaltet und super dramatische Weltuntergangsszenen dazu liefert, lenke deinen Fokus zurück auf den Atem und den Körper. Vielleicht hilft es dir, im Geiste zu benennen, was du konkret fühlst. Wenn du alleine bist, kannst du es auch aussprechen. Wichtig ist nur, so viel wie möglich im Körper und so wenig wie möglich im Kopf zu sein.

Du musst keine Angst haben, es sind nur Empfindungen. Lass sie da sein, lass sie sich dir ganz ausführlich zeigen. Wenn du sie genug wahrgenommen hast, gehen sie von alleine wieder. Und hinterlassen ein Gefühl von Wärme und Entspannung. Spüre auch dem noch etwas nach.

Du kannst unangenehme Gefühle auch erst einmal einpacken und später aus der Tupperdose holen, wenn du allein bist und einen ruhigen Moment dafür hast. Gerade am Anfang und bei intensiveren Gefühlen ist das eine gute Strategie. Nimm in der Situation erst einmal wahr, dass du dich unwohl fühlst, dass dich etwas belastet. Und wenn du es nicht gleich richtig durchfühlen kannst, nimm es dir bewusst für später vor. Wenn du einigermaßen mit deinen Gefühlen verbunden bist, wirst du ohnehin merken, dass sich ein mulmiges Gefühl oder eine Angst nicht einfach wegsperren lässt. Es bleibt unterschwellig im Körper bestehen, bis es sich wirklich zeigen durfte.

Es bedeutet, dich selbst in dieser Situation anzunehmen. Es bedeutet, deine eigenen Empfindungen, Abwehrmechanismen und Ängste wahrzunehmen und ganz bei dir zu bleiben. In deinem Körper, bei allem, was da gerade tobt. Bleibe bei deinem inneren Sturm beobachte ihn, erlaube ihm, ganz da zu sein. Letztlich sagst du damit klar und deutlich Ja zu dir selbst. Zu dem, was du empfindest. Im Unangenehmen, wie auch im Guten. Denn du wirst merken, dass du auch die schönen Dinge viel näher an dich heranlassen und viel tiefer empfinden kannst, wenn du erst einmal offener für dich selbst geworden bist.

Aus diesem Annehmen deiner Empfindungen und deiner selbst heraus wird in dir ganz natürlich Frieden entstehen, den du nicht erzwingen oder herbeireden musst. Er entfaltet sich einfach da, wo vorher die Anspannung war. Und aus diesem Frieden heraus fällt es dir sehr viel leichter, Situationen gut zu beeinflussen und kraftvoll für Veränderungen einzutreten, die tatsächlich notwendig sind. Denn dass wir vieles anzupacken haben, dass vieles auf unserer Welt und in unserem Miteinander nicht gut ist, das brauchen wir nicht leugnen. Aber wir brauchen es auch nicht als Projektionsfläche für unseren nicht gewollten Schmerz. Wir dürfen es wahrnehmen, fühlen – und dann verändern.

Nimm dich selbst an, das was du fühlst – und werde zur kraftvollen Schöpferin deiner Welt.

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Hallo, liebe Suchende, mein Name ist Karin Pelka und ich weiß, wie es ist, im Dunkeln zu stehen, nicht zu wissen, ob ich meiner Sehnsucht vertrauen kann. Lange genug bin ich umher geirrt und habe mich oft selbst verraten, falsche Kompromisse gemacht. Auf eigene Faust ins Licht zu finden, das geht, denn irgendwann habe verstanden, was mich ruft – aber es ist mühsam und oft eine sehr einsame Angelegenheit.

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