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Du bist unglaublich schön

Bin ich schön?

So viel schöner, wunderbarer und wertvoller, als du denkst! Gerade wir Frauen leben, wenn es um unser Äußeres geht, auf Messers Schneide. Einerseits wollen wir gesehen und schön gefunden werden, andererseits fühlen wir uns nie schön genug. Und unser Umfeld, die Gesellschaft, spiegelt genau das: Schön sein, sexy sein sind unglaublich wichtig, aber so gut wie keine Frau genügt den strengen Blicken. Und ja, das löst Schmerz aus, viel Schmerz.

Heute möchte ich dich mit auf eine kleine Reise nehmen, denn ganz egal, was du denkst oder was andere sagen: Du bist ein großartiges Wunder. Du bist schön. So, wie du bist. Von innen und außen, einfach sagenhaft schön.

Stelle dir vor, du wachst morgens auf und entdeckst, dass du inmitten unberührter Natur geschlafen hast. Du richtest dich auf, lässt den Blick schweifen. Es ist noch kalt, aber die Sonne blitzt schon über die Berge in der Ferne. Und direkt vor dir liegt das schönste Tal, dass du je gesehen hast. Sanft deckt der Morgennebel noch die Niederungen zu, die Bäume ragen wie kleine, mystische Gestalten heraus. Im Hintergrund erheben sich sanfte Hügel, die in noch weiterer Ferne in ein zerklüftetes Gebirge übergehen. Du dein Blick gleitet über die Ebene und den gewundenen Fluss, du atmest tief die kühle, unglaublich frische Luft ein und staunst über die ersten Sonnenstahlen, die jetzt den Nebel betasten.

Du entdeckst die vielen tausend Tautropfen auf den Grashalmen, die jetzt in der Sonne funkeln wie Milliarden Diamenten. Fasziniert davon berührst du einen mit dem Finger und fühlst die Kühle des Wassers. Die ersten Vögel lassen sich hören. Am Waldrand entdeckst du ein Reh, das grast.

Alles hier ist Frieden. Alles hier ist unberührt und von solcher Schönheit, dass du es nicht in Worte fassen könntest. Es ist ein Fleckchen Land, das dein Herz berührt, es einlädt, zu bleiben und es für immer zu lieben. Seine Zerbrechlichkeit, seine Urwüchsigkeit, seine Fülle und Schlichtheit – tausend Gegensätze, tausend Details und Perspektiven, die du entdecken kannst. Ein echtes Wunder, schön wie am Tag der Schöpfung selbst.

Fühlst du die Landschaft, kannst du sie dir vorstellen?

Jetzt stell dir vor: Du bist nicht alleine hier her gekommen. Wir Menschen gehen selten irgendwo ganz alleine hin, schon gar nicht in unberührte Landstriche. Es sind Gruppen, die unser Überleben sichern und Überleben ist wichtig. Sonst nützt ja alle Schönheit nichts, nicht wahr?

Während du noch staunst, erwacht deine Familie, deine Gruppe regt sich. Jemand, der das Sagen hat, verkündet, dass genau hier der richtige Platz zum Bleiben ist und ein Herz macht einen Sprung. Ja, hier, am schönsten Flecken der Welt wirst du bleiben. Das wird grandios! Und ehe du dich versiehst, entsteht an der Flussbiegung ein Lagerplatz. Es ist ein guter Lagerplatz, ein paar Bäume schirmen ihn ab, es gibt Schwemmholz für das erste Feuer und im Fluss entdeckst du das silbrige Schimmern von Fischen. Alle packen mit an, und bald ist aus der noch fremden, aber so bezaubernden Stelle so etwas wie ein Zuhause geworden.

Es ist schön, so mit den anderen, die gern hast und respektierst, am Fluss zu sitzen. Alles geht seinen Gang, jeder erfüllt seine Aufgaben und als du ein paar Wochen später wieder an der Stelle stehst, an der du anfangs Ausschau gehalten hast, sieht die Landschaft schon anders aus. Die ersten Hütten werden gerade gebaut, die ersten Felder angelegt, Schafe weiden. Aus der urwüchsigen Landschaft wird tatsächlich so etwas wie Heimat.

Noch immer zwitschern die Vögel, am Waldrand äst ein Reh, und der Nebel sieht in der Morgensonne aus wie pure Magie. Du liebst dieses Land, ihm gehört dein Herz und du weißt, es ist gut und richtig, hier zu sein.

Es dauert ein paar Monate, dann kommt jemand auf die Idee, den Fluss aufzustauen und zu begradigen, es müssen Bäume gerodet werden, um mehr Baumaterial zu erhalten, Wege und Straßen werden angelegt. Im Jahr darauf ist die erste Siedlung längst nicht mehr improvisiert, nein, jetzt siehst du ein richtiges Dorf vor dir, das wächst und gedeiht.

Es ist immer noch dein Land, es ist immer noch wunderschön. Auch wenn der Fluss sich verändert hat, der Wald weniger ist und die Landschaft mehr und mehr zersiedelt. Das ist eben so, wenn man gut leben will. Das ist der Lauf der Dinge.

Noch immer erinnerst du dich an den ersten magischen Moment, als du das Fleckchen hier entdeckt hast, aber was du jetzt siehst, ist nicht mehr ganz so bezaubernd.

Jahre vergehen, die Siedlung wächst sich zu einer Stadt aus. Die Ebene ist jetzt beinahe zugebaut. Der Fluss ist teilweise begradigt, Abwässer fließen unterhalb der Stadt hinein, oberhalb gibt es Fischteiche. Eine Brücke überspannt den Fluss, auf der anderen Seite wächst die Stadt weiter. Alles um die Stadt herum ist umgepflügt und mit Weizen, Rüben und Raps in schnurgeraden Linien bewachsen. Die Nutztiere stehen kaum noch auf den Weidegründen, sondern überwiegend Platz sparend in den Ställen. Der Wald ist bis in die Berge zurückgewichen.

Noch immer riecht die Luft ab und zu so unglaublich frisch wie am ersten Tag, aber oft fällt dir das jetzt nicht mehr auf. Gelegentlich denkst du noch an das äsende Reh, an die Vogelstimmen am Morgen. Aber schnell schiebst du die Erinnerung weg, du hast zu tun, das Leben lebt sich nicht von selbst.

Das Leben ist weniger karg, weniger von der Hand in den Mund. Das hat eben seinen Preis. Jetzt gibt es hier Kultur, Menschen von überall her wollen gerne hier sein, sich niederlassen oder auf einen Besuch vorbei kommen. Sie bewundern die Stadt, die Ausstellungen, die Theater, die neuen, schönen Straßen, die exotisch bepflanzten Beete an der Uferpromenade, genießen die reichhaltigen Speisen und trinken den Wein, der auf den gerodeten Hügeln wächst.

Wer immer hier vorbei kommt, erzählt anderen begeistert von seinem Besuch. Die Stadt genießt ihren Ruf, zieht immer weitere Bewunderer an und du bist sehr beschäftigt. Immer seltener bist du auf deinem Hügel, von dem aus du diese Ebene zuerst gesehen und bewundert hast.

Hier oben bist du nun auch nicht mehr allein, denn es gibt ein Ausflugslokal, fest installierte Ferngläser mit Geldeinwurf und eine Seilbahn aus der Stadt herauf. Ja, es ist eine wirklich großartige Stadt geworden. Manchmal zieht es in deinem Herzen noch, wenn du an die unberührte Natur hier denkst, an deine kindliche Faszination, an dein Staunen über simple Tautropfen in der Morgensonne. Aber – es gibt Wichtigeres.

Ohnehin ist von der Landschaft, die einmal so unberührt und bezaubernd war, heute nicht mehr so viel zu sehen. Fabrikschlote ragen in den Himmel, dunkle Schwaden steigen daraus auf. Mehr und mehr Werksgelände belagern die Grenzen der in die Höhe gewachsenen Stadt. Der Fluss wurde weiter begradigt, ein Hafen angelegt und über die nahe Autobahn strömt jetzt der Verkehr in die Stadt. Schönheit? Ja, schön wärs! Aber was solls, alle freuen sich schon auf den neuen Flughafen, der demnächst eröffnet werden soll. Er war verdammt teuer, aber wer Erfolg haben will …

Natur? Gibt es noch in kleinen, grünen Fleckchen, in Parks und Blumenkästen. Was einmal war, wurde zur Grundlage für massive Eingriffe, Veränderungen, Umformungen – man könnte auch sagen: Was in der Zwischenzeit passiert ist, hat alles überdeckt, was das Land dereinst ausgemacht hat.

Was wir hier gesehen haben, ist Urbanisierung, Verstädterung, im Zeitraffer. In Wirklichkeit haben diese Prozesse in der Landschaft früher sehr lange gedauert, verliefen aber dann in immer höherer Geschwindigkeit ab. Aus ersten Siedlungen wurden Städte, die Industrialisierung erledigte den Rest und heute gibt es in unsrem Land kaum mehr unberührte Flecken.

Aber was hat das mit dir und deiner Schönheit zu tun? Ich will es dir sagen.

Das unberührte, wunderbare Land, das bist du!

Ja, du bist von Natur aus unvorstellbar facettenreich, voller Wunder, bezaubernd und rundum schön. Alles an dir ist schön. Dein Gesicht, dein Körper, dein Haar, deine Rundungen, deine Zehen und deine Wimpern. Du bist eine so großartige Landschaft voller Überraschungen. Sanft geformt und kraftvoll zugleich. Du hast Ebenen und Erhebungen, über die das Licht der Morgensonne streift. Dein Haar weht im Wind, in deinen Augen glitzern manchmal Tränen von Glück, manchmal von Trauer. Ja, du bist nicht nur die Landschaft selbst, du bist auch das Wetter. Wie es dir geht, spiegelt sich auf deiner Haut, in deinem Gesicht. Freude, Trauer, Glück – alles ist da und zeichnet Schatten und Licht schöner als jeder Maler es könnte, auf deine Landschaft.

Du verströmst den Duft deines schlagenden Herzens, vermittelst Wärme, Geborgenheit und weckst Sehnsucht in Menschen, die dich wirklich ganz und gar betrachten. Du bist ein Wunder der Natur, ein unberührtes Biotop, klar, rein und ergreifend schön, eine Fleisch gewordene Göttin, einfach so, wie du bist.

Vielleicht haben deine Eltern in dir dieses Wunder im ersten Moment gesehen und sie waren unfassbar verliebt in deinen Duft, in deinen Anblick, in jede deiner Regungen. Sicher wussten sich vom ersten Augenblick an, dass sie dich lieben und schützen werden, und wenn es ihr eigenes Leben kosten würde. Denn wer könnte so ein reines, winziges Wunder nicht mit aller Macht beschützen wollen?

Aber du konntest nicht so wildwüchsig, schön und unberührt bleiben, wie du gekommen warst. Du wurdest eingegliedert in deine Familie, passend angezogen, passend frisiert und kultiviert. Deine Großeltern, Tanten, Onkel und Freunde deiner Familie trugen ihren Teil zu deiner Kultivierung bei. Allen lag am Herzen, dass du schön, gut und richtig heranwächst. Das Richtige lernst, dich gut verhältst und so aussiehst, wie zivilisierte Menschen gewöhnlich aussehen.

Später hast du erfahren, dass dein Gesicht, dein Körper, zur Angriffsfläche werden kann. Ist die Landschaft nicht so kultiviert, wie das zu erwarten ist, erfährst du Ausgrenzung, Mobbing und Ablehnung. Zu dick, zu ungelenk, zu viele Pickel? Nicht die richtige Mode? Geht alles gar nicht.

Entweder, du lerntest von selbst, dich passend zu kultivieren, deinen Körper, dein Gesicht so zu gestalten, wie es andere als ansprechend empfinden – oder du lerntest es auf die harte Tour, indem du für falsches Aussehen angegangen wurdest.

Mehr und mehr zeigte dir die Welt, wie eine Frau aussehen soll. Dir wurden Schablonen gezeigt, in die schöne Frauen mit Leichtigkeit passen. Schöne Frauen haben keine Haare an unpassenden Stellen, sie haben reine, faltenfreie Haut, strahlende Augen, appetitliche Lippen, sie haben einen wohl proportionierten Busen, eine schlanke Taille, gerade die richtige Menge Hintern … und auf keinen Fall Cellulite! Sie sind trainiert, aber keinesfalls zu muskulös.

Dein Aussehen wurde zum Gradmesser deiner Beliebtheit. Zum entscheidenden Faktor auf dem Partnermarkt, entscheidend bei Bewerbungen und immer zum Gesprächsthema. Oft in deiner Anwesenheit, wenn andere dein Gewicht zu hoch oder zu niedrig fanden oder glaubten, dir mitteilen zu müssen, dass du „schön abgenommen“ hast. Oft genug auch in deiner Abwesenheit. Wie deine Landschaft beschaffen ist, ist längst nicht mehr deine Privatangelegenheit. Falls sie es überhaupt jemals war.

Den eigenen Körper abzulehnen, ihn dafür zu hassen, dass er Falten wirft, an diversen Stellen weich und wabbelig ist, eifrig mit Haarfarbe und Make-up, Shape-Ware, Push-ups oder kaschierender Kleidung nachzuhelfen, exzessiv Sport zu machen und dem Körper eine normale Nahrungszufuhr zu verweigern, bis er endlich schön genug ist – das ist überhaupt nicht verwunderlich. Das ist im Anbetracht dessen sogar völlig normal.

Wir wollen schön sein, wir wollen Komplimente hören und begehrenswert sein. Und wie wir das wollen. Wir wollen eine Landschaft sein, die andere bezaubert, sie einlädt zu bleiben und sich mit uns wohl zu fühlen. Wir wollen, dass ein anderer Mensch in unseren Anblick versinken kann und erfüllt von unserer Schönheit und unserem Zauber von ganzen Herzen weiß, dass er alles tun würde, dieses Wunder für immer zu beschützen.

Doch dieses Sehnen hat uns endgültig in die Falle der Körperverachtung gelockt. Dabei bräuchte es genau das Gegenteil.

Ich möchte dich einladen, deinen Blick auf dich selbst zu verändern. Das ist vielleicht nicht so einfach im ersten Moment, aber es geht! Ich möchte dich ein Stück weit führen und dir ein Gefühl dafür geben, wie es ist, dich selbst rundum schön und schützenswert zu finden.

Erinnerst du dich an das Gefühl, mit dem du ganz oben die unberührte Landschaft betrachtet hast? Diese vorbehaltlose Liebe, dieses Staunen. Es gab nichts, was du verändern oder ablehnen wolltest, alles war perfekt. Dieses Gefühl möchte ich dir für dich selbst vermitteln.

Ziehe dich für eine Weile zurück, verbinde dich mit deinem Atem und deinem Körper. Wenn du magst, zünde dir Kerzen an, lege liebevolle Musik auf, nutze einen Duft, den du liebst … Diesen Text habe ich zum Beispiel zu diesem Lied von Dido geschrieben (Youtube öffnet in neuem Tab)

Dann gehe in dich und erinnere dich, an welchen Stellen du deinen Körper bisher immer abgelehnt hast. Tue das, als würdest du auf dem Hügel nahe deiner imaginären Stadt stehen, die das Land jetzt überdeckt. Etwas distanziert, aber respektvoll und in der Gewissheit, dass unter all dem, was du als Makel empfindest, tatsächlich eine atemberaubende Landschaft verborgen ist. Diese Makel sind nämlich gar keine. Es sind Urteile und Verurteilungen, die sie zu Problemzonen machen.

  • was wolltest du immer anders haben?
  • wogegen kämpfst du an?
  • was hasst du an dir?
  • was haben andere abfällig bewertet?
  • wofür wurdest du gehänselt oder beschimpft?
  • was verbirgst du vor anderen, wofür schämst du dich?
  • was an dir findest du eklig und hässlich?
  • kannst du unter all den Urteilen dich selbst überhaupt noch sehen?

Was wäre, wenn du diese Urteile und Ablehnungen loslassen könntest?
Stelle dir vor, all die Urteile und all das, was du verbessern und verändern musst, sind die baulichen Veränderungen, die Urbanisierung, die Rodung und Nutzbarmachungen deiner Landschaft, nicht die Landschaft selbst! Du bist das Schutzgebiet, das wir renaturieren wollen! Lass uns die Fabriken, Straßen und Begradigungen niederreißen und dein Land wieder zum Vorschein kommen.

  • Kannst du loslassen, was deine Schönheit schmäht?
  • Kannst du loslassen, was deinen Körper entwürdigt?
  • Kannst du loslassen, was deinen Körper beleidigt?
  • Kannst du loslassen, was deinem Körper gegenüber respektlos ist?
  • Kannst du die Scham loslassen, die deinen Körper besudelt?

Verbinde dich mit deiner Natur. Mit dem Wunder, das du bist. Nimm ein paar tiefe Atemzüge, lasse alle Anspannung los und spüre deinen Körper. Er braucht keine Verbesserungen, keine Urteile und niemanden, der ihm sagt, wie er aussehen darf und wie nicht.

Dann stelle dir vor, du bist tatsächlich eine unberührte Landschaft. Stell dir vor, wie über dir die Morgensonne aufgeht und dich allmählich wach küsst. Ihre Strahlen erreichen deinen nackten Körper, liebkosen ihn und lassen ihn funkeln und strahlen. Jeder Schatten, jede Erhebung, jede Senke deiner Landschaft ist einmalig und bezaubernd, alles ist genau richtig so, wie es ist. Jedes Härchen, jeder Leberfleck, jede Delle – all das ist Teil des großartigen Zaubers. Alles ist genau so gewollt und richtig, wie es ist. Es muss nichts begradigt, umgebaut oder zivilisiert werden, im Gegenteil!
Lasse das Licht deiner Morgensonne überall hinscheinen und deine Landschaft von ihr küssen, von ihr einhüllen und dich von ihrer liebenden Energie sanft wärmen. Alle Starre, alle Kälte und aller Schmerz darf weich und warm werden. Es darf Frühling werden auf deinem Körper, er darf blühen, in allen Farben, die er zu bieten hat und die ihn zu einer einzigartigen Landschaft machen.

Betrachte deinen Körper selbst mit dem Blick eines Liebenden, der alles tun würde, dich zu beschützen. Wenn du magst, stelle dir zunächst vor, jemand, der dich wirklich liebt oder ein Engel, eine gute Fee, eine Heilerin, betrachten deinen Körper voller Liebe. Vielleicht magst du auch das Bild der Sonne weiter behalten und ihre Liebe auf dir ruhen lassen. Diese Liebe ist rückhaltlos und immer da. Schlüpfe dann in die Haut deines Betrachters und schaue durch seine Augen auf deine Landschaft.

Stelle dir vor, wie dieser Blick deinen Körper in eine schützende, warme Hülle schließt. Diese Hülle ist die Grenze deines eigenen Reservates. Alles, was sich innerhalb dieser Hülle befindet, darf nicht verbaut, zerstört oder missbraucht werden. Dieses Gebiet ist heilig. Es ist wild, weich, voller Täler und Hügel, ganz besonders und voller wunderbarer Details. Nicht die kleinste Kleinigkeit daran darf beschmutzt, beschämt oder kritisiert werden. Von dir nicht und von anderen nicht.

Wenn du magst, sprich eine persönliche Schutzformel für deinen Körper. Folge dabei deiner spontanen Eingebung und deinem Gefühl.

„Das ist meine Landschaft, sie steht unter meinem eigenen magischen Schutz.“

Finde etwas, das für dich in diesem Moment zu 100% wahr ist.

Wenn du magst, notiere dir deinen Satz (oder alles was du jetzt vielleicht aufschreiben magst), damit du ihn nicht vergisst. Ihn regelmäßig zu wiederholen, wenn du z. B. nackt im Badezimmer stehst, kann dich sehr darin bestärken, dich wirklich zu beschützen und deinen Körper als Ganzes aufrichtig zu lieben. Vorgefertigte Affirmationen haben nie dieselbe Power, wie etwas, das du selbst schon empfunden und als wahr wahrgenommen hast! Lies hier mehr über Affirmationen.

Das vielleicht Wichtigste: Suche nicht mehr nach Mängeln. Je länger man auf etwas starrt, desto komischer wird es und wenn du Mängel suchst, wirst du welche finden. Du bist keine Plastikpuppe. Das ist einfach so. Und das ist wunderbar! Wenn du vor dem Spiegel stehst, suche deinen Blick, suche, was an dir weich und wohlig ist, was an dir einmalig und ganz besonders ist. Stelle dir vor, du lässt deinen Blick über ein Biotop wandern und du suchst, was du bestaunen kannst. Das ist nicht im destruktiven Sinne selbstverliebt, das ist ein gesunder, liebevoller Umgang mit dir selbst und ja, ja, JA, du verdienst das so dermaßen!

Sprich nicht mehr abfällig über dich. Weder laut noch in Gedanken. Alles, was mit „ich müsste abnehmen, meine Cellulite in den Griff kriegen, schönere Haare haben, mehr Oberweite …“ zu tun hat – unterbrich es und sage diesen Gedanken, dass im Naturschutzgebiet nicht gewildert wird! Niemand darf das! Auch sich selbst Pummelchen zu nennen, abschätzig auf die eigenen Proportionen zu schauen uns scheinbar perfektere Körper mit oder ohne Neid zu bewundern und dem eigenen vorzuziehen, gehört dazu.

Gib anderen nicht mehr die Macht, dein Aussehen zu verurteilen. Das ist vielleicht ein harter Brocken. Wenn es dir noch schwerfällt, bleibe einfach noch eine Weile bei dir selbst und deiner eigenen inneren Arbeit. Wenn du dir selbst näher bist, dich mehr annehmen kannst, ergibt sich dieser Punkt nämlich fast von alleine.
Du kannst hier zunächst einfach einmal achtsam hinhören, wer dich wie bewertet und wo dein Körper in irgendeiner Form verurteilt, lächerlich gemacht oder beschämt wird. Ob und wie du darauf reagieren willst, ist deine Sache. Du musst nicht in die Konfrontation gehen, beobachte einfach, was passiert und was es mit dir macht.
Deinen Partner oder dir nahestehende Personen kannst du aber durchaus darauf aufmerksam machen, dass dich ihre Worte verletzen und dir wirklich weh tun. Wer dich gern mag, wird dich nicht verletzen wollen, oft ist es Gewohnheit oder fehlendes Bewusstsein, die zu Abwertungen führen. Vielleicht kostet es etwas Mut, das zu äußern, aber es lohnt sich!

Wenn du kannst, halte Abstand zu Menschen, die sehr oberflächlich werten und lästern. Auch wenn es Lästereien über andere sind, die unter die Gürtelline gehen und fremde Körper abwerten. Wenn es sich für dich richtig anfühlt, sprich das Thema gerne an. Wenn nicht, bleibe bei dir, sorge gut für dich und distanziere dich von verbalen Ausfällen.

Betrachte dich als Ganzes! Zerteile dich nicht weiter in kleine Makelstücke oder in eine Aneinanderreihung von Fehlern. Versuche wirklich eine Zeit lang bewusst mit einem liebevollen Blick auf deine ganze Landschaft zu schauen. Dein Körper ist ein Wunderwerk! Er lebt, was unvorstellbar genug ist! Dein Herz pocht Tag und Nacht, jede Minute deines Lebens einige Male. Deine Verdauung resorbiert Nährstoffe, deine Ausscheidungsorgane entfernen, was dir nicht zuträglich ist, deine Sinnesorgane lassen dich dein Leben und die Welt wahrnehmen. Dein Bewegungsapparat ermöglicht dir, zu handeln, dich fortzubewegen. Lege eine Weile deinen Fokus auf diese Wunder und auf das Gesamtkunstwerk.

Dein Körper ist sehr gezeichnet vom Leben, du empfindest ihn immer noch als unförmig und hässlich? Bedenke, wie lange andere und du selbst deinen Körper schon verachten. Wie lange schon Ablehnung, Hass und Wut deinen Körper treffen. All das hat Spuren hinterlassen. Jedes Mal, wenn du oder ein anderer gemein zu deinem Körper sind, nimmt ihm das Energie und Freude. Er wird mit jedem Mal ein Stück weit krank und traurig. Irgendwann sieht man diese Ablehnung, mit der er zurechtkommen muss, an jeder Ecke. Versuche in diesem Fall, deinen Körper tatsächlich wie eine Landschaft zu betrachten, die gemein zerstört, verwüstet und verseucht wurde. Sie ist jetzt deswegen vielleicht nicht blühend und bezaubernd. Aber überall, wohin Licht und Liebe fallen, erholt sich das Leben! Habe Mitgefühl mit dir selbst (hier eine kleine innere Reise zum Lesen).


Vollziehe die Übungen oben (gerne auch auf deine eigene Weise!) immer wieder und behalte im Kopf, dass es deine Bestimmung ist, zu blühen und zu strahlen. Sobald du genug Abstand zu allem, was dich zerstört und dir schadet, gewonnen hast, wirst du schon die ersten kleinen Veränderungen in deiner Wahrnehmung bemerken. Und nach und nach entspannt sich auch dein Körper. Du wirst Lust bekommen, dich mit Freude zu bewegen, dich liebevoll zu ernähren, dich freundlicher berühren, zärtlicher mit dir sprechen. Dein Körper wird dir jede Kleinigkeit danken! Er wartet schon sehr lange auf deine Liebe.

Falls du Narben, Dehnungsstreifen oder auch eine Fehlbildung hast – all das gehört zu deinen Besonderheiten! All das erzählt etwas einzigartiges über dich, über dein Leben, über die Hürden, die du genommen hast oder jeden Tag nimmst. Dein Leben prägt sich mit jedem Tag in deinen Körper ein. Das ist okay und das tut deiner Schönheit keinen Abbruch! Im Gegenteil! Versuche, diese Stellen mit besonders viel Wertschätzung und Liebe zu bedenken, sie als Teil deiner Landschaft zu ehren. Lass deine Verurteilungen und Abwertungen los, mach dich frei und erlaube dir, deine Makel ganz natürlich anzunehmen. Das kann vielleicht dauern, aber die Mühe lohnt sich!

Du bist als Wunder auf diese Welt gekommen, einzigartig und ganz und gar besonders. Von innen wie von außen, bezaubernd und schön. Es ist dein Geburtsrecht, dich auch so zu empfinden. Lerne, deinen Körper ganz und gar zu lieben, seine Landschaft, seine Besonderheiten, seine Farben. Kein Körper gleicht dem anderen, jeder ist einmalig schön.

Du bist jetzt sicher nicht mehr so glatt und rosig wie ein Baby. Natürlich nicht, du hast schon so viel erlebt! Du bist durch Höhen und Tiefen gegangen, hast gelernt, dich immer und immer wieder gewandelt und schon einen Teil deines Lebens gelebt. Das darf man sehen – und du darfst das auch ehren. Wenn du magst, lies hier, warum ich mich selbst auf graue Haare freue. Es liegt so viel Freiheit und Erlösung darin, das Leben als Ganzes anzunehmen, jede Phase zu ehren und ganz und gar mit dir selbst im Reinen zu sein.

Deine eigene Schönheit wahrzunehmen, dich als Wunder zu betrachten, dich selbst zu schützen und voller Liebe zu anzusehen, ist ein ganz wichtiger Teil davon. Gerade für Frauen ist das einer der wichtigsten Schritte zur Selbstliebe und zu einem respektvollen Umgang mit sich selbst.

Musik-Tipp: This Land ist Mine von Dido

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Hallo, liebe Suchende, mein Name ist Karin Pelka und ich weiß, wie es ist, im Dunkeln zu stehen, nicht zu wissen, ob ich meiner Sehnsucht vertrauen kann. Lange genug bin ich umher geirrt und habe mich oft selbst verraten, falsche Kompromisse gemacht. Auf eigene Faust ins Licht zu finden, das geht, denn irgendwann habe verstanden, was mich ruft – aber es ist mühsam und oft eine sehr einsame Angelegenheit.

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