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Sitzt du in der Verständnis-Falle?

Grenzen setzen, Verständnisfalle

Kannst du niemandem böse sein, verstehst du alles und jeden – und fühlst dich selbst nicht verstanden? Dann hat womöglich die Verständnis-Falle zugeschnappt.

Was das ist und wie du da wieder heraus kommst – und warum das wirklich wichtig für dich ist, zeige ich dir in diesem Artikel.

Verständnis ist wichtig

Grundsätzlich ist Verständnis für andere zu haben ein unglaublich wertvoller Charakterzug. Sich in die Situation von anderen so weit wie möglich hineinzuversetzen, ihren Blickwinkel zu bedenken und nicht einfach blind zu verurteilen, ist eine reife Leistung. Letztlich ist es auch unsere Fähigkeit zu Empathie, Mitgefühl und Verständnis, die unser Zusammenleben überhaupt erst in einer liebevollen Weise ermöglicht.

Und wir wünschen uns alle verstanden und gesehen zu werden. Wir wünschen uns, uns in unserem Gegenüber zu spiegeln und zu bemerken, dass er mit uns fühlt und uns beisteht. Das ist Verbundenheit und ein Grundbedürfnis des Menschen.

Am Verständnis selbst ist also definitiv nichts verkehrt. Wie es trotzdem zu einer Falle werden kann?

Wenn Verständnis zur Falle wird

Zum Problem wird Verständnis für andere immer dann, wenn die eigenen Grenzen unsicher sind oder gar nicht wahrgenommen werden. Und das kommt gerade bei Frauen erschreckend häufig vor.

In der Regel lernen wir als Kinder nicht, unsere eigenen Grenzen gut wahrzunehmen und sie durchzusetzen. Das Frauenbild, das wir kollektiv überwiegend vermittelt bekommen, sieht auch vor, vor allem verständnisvoll und mitfühlend zu sein. Sanft zu sein, anderen zu helfen – das sind Dinge, die gerne mit Lob bedacht werden. Was grundsätzlich auch in Ordnung wäre.

Doch wenn wir nicht wissen, dass wir selbst Grenzen haben, die wir entschieden verteidigen dürfen, lassen wir viel zu viel mit uns machen – und merken oft gar nicht, wie sehr uns das wirklich verletzt und unser Selbstwertgefühl zerstört.

Wütend zu werden, mit vollem Einsatz für uns einzustehen? Das hat eher einen ganz miesen Ruf. Dabei wäre es so wichtig, das ebenso zu lernen, wie sanft und verständnisvoll zu sein. Denn nur wenn beides gleichermaßen entwickelt ist, sind wir in der Lage, sowohl Verantwortung für uns selbst wie auch für unseren Umgang mit anderen zu übernehmen.

Verbindung Test Selbstfindung

So erkennst du, ob Grenzen und Verständnis ausgewogen sind

Es kommt also auf eine ausgewogene Haltung an.

Nur auf sich selbst achten, sich mit Ellenbogeneinsatz und ohne Rücksicht seinen Weg bahnen, ohne jemals auf andere zu schauen – das ist definitiv nicht erstrebenswert.

Doch immer nur freundlich zu sein, ohne auf sich selbst aufzupassen, ist ebenso gefährlich.

„Ach, das hat er/sie ja gar nicht so gemeint.“
„Ist ja nicht so schlimm, ich wollte eh gerade …“
„Der/die hats eben nicht leicht, ich versteh das schon.“
„Das ist doch meine Mama/mein Papa. Ich bin froh, dass sie überhaupt noch da sind…“

Das sind Sätze, die wir oft denken oder aussprechen, wenn wir für andere Verständnis haben. Doch immer dann, wenn du solche Sätze benutzt, solltest du aufmerksam werden und gut in dich hineinhorchen, ob du das wirklich so empfindest.

Dein Körpergefühl gibt dir gute Hinweise dazu, ob du gerade gesundes Verständnis für andere hast, während deine Grenzen gewahrt bleiben – oder ob jemand deine Grenzen verletzt hat und du das unbewusst für ihn oder sie vor dir selbst rechtfertigst.

Fühlst du dich wirklich frei und leicht? Spüre in deinen Brustraum, in deinen Bauch, prüfe, ob du verspannt bist oder die Kiefer zusammenbeißt, achte auf deinen Atem:

Wenn deine Grenzen verletzt wurden, wirst du dich eher schwer, eng, verkrampft und dumpf fühlen. Womöglich hältst du die Luft an. Vielleicht wird dir Traurigkeit bewusst oder das Gefühl, ausgenutzt worden zu sein. Auch insgeheime abschätzige Gedanken über dein Gegenüber könnten auftauchen – oder über dich selbst oder die Umstände, die du jetzt wegen dem anderen hast.

Wurden deine Grenzen dabei nicht verletzt, findest du deinen Körper entspannt und leicht vor, dein Brustraum ist weit und du atmest gleichmäßig. Dir geht es emotional gut, du fühlst dich nicht gekränkt oder übervorteilt, sondern es ist wirklich alles in bester Ordnung für dich.

Diese Übung kannst du im Nachhinein ausprobieren, wenn du Schwierigkeiten hast, direkt in der jeweiligen Situation in dich hineinzufühlen. Rufe dir die Situation dazu wieder so lebendig wie möglich in Erinnerung und spüre nach. Hierbei ist es wichtig, so ehrlich wie möglich zu dir selbst zu sein. Wenn es dir hilft, kannst du deine Gedanken auch ohne abzusetzen so schnell wie möglich mit der Hand niederschreiben. Das fördert oft interessante Einblicke zutage.

Mit etwas Übung gelingt es dir auch „live“ in dich hinein zu horchen und direkt zu erfahren, ob deine Grenzen gewahrt bleiben oder nicht.

Deshalb ist die Verständnisfalle ein echtes Problem

Warum es so wichtig ist, dass bei allem Verständnis für andere deine Grenzen gewahrt sind?

Weil jeder Mensch verletzlich ist und Respekt für seine räumlichen, emotionalen und ideellen Grenzen braucht, um gesund und glücklich zu sein. Und das gilt selbstverständlich auch für dich. Nicht nur für andere, die es womöglich tatsächlich schwer haben. Denn es nützt niemandem, wenn du für andere deine Grenzen ignorierst.

Auch nicht dem „Opfer der Umstände“, das du vor dir selbst für seine Grenzüberschreitung in Schutz nimmst.

Verständnis für andere – ohne die eigenen Grenzen zu wahren, ist toxisch. Doch genau das erwarten wir oft von uns selbst, weil wir Angst haben, anzuecken, Streit zu provozieren und aus der Liebe anderer Menschen ausgeschlossen zu werden.

Dazu kommt die Geschichte vom Spiegel-Gesetz. Früher hätte man gesagt „wie du in den Wald hinein schreist, schallt es zurück.“ Will heißen: Wir sind in der unbewussten Erwartung, dass uns selbst all das an Verständnis, Liebe und Fürsorge zuteilwerden wird, das wir anderen so leichtherzig geben. Doch das ist leider ein Trugschluss – so lange die eigenen Grenzen nicht funktionieren.

Letztlich bleiben so nämlich einfach nur ungesunde Muster innerhalb von Familien, Beziehungen oder unter Kollegen bestehen – und richten weiter Schaden an.

Überschreiten andere immer wieder aus Gewohnheit deine Grenzen und du entschuldigst sie dafür mit deinem Verständnis passiert folgendes: Du hintergehst dich selbst.

Statt auf deiner eigenen Seite zu sein und für dich selbst einzustehen, sabotierst du dich und öffnest anderen das Tor dazu, dich schlecht zu behandeln. Du gibst destruktivem Verhalten und Grenzüberschreitungen Raum – was sicher nicht in deinem Sinne ist.

Und wenn du keine klaren Grenzen setzt, deinen Unmut oder deinen Ärger nicht erkennbar mitteilst, werden andere auch keinen Grund haben, ihr Verhalten dir gegenüber zu verändern. Alles bleibt also, wie es war, oder spitzt sich weiter zu.

Es ist für deine seelisch-emotionale Gesundheit also unglaublich wichtig, dass du für dich selbst zuerst Verständnis entwickelst. Dass du zu dir selbst sagen lernst:

„Mir geht´s damit nicht gut, das mute ich mir nicht zu.“
„Das verletzt mich, das lasse ich nicht mehr zu.“
„Ich brauche eine Pause, die nehme ich mir jetzt.“

„Das finde ich nicht witzig, das spreche ich jetzt an.“

Erst, wenn du für dich selbst genauso viel Verständnis hast wie für andere, erst wenn du deine Grenzen erkennen und wahren kannst, kannst du anderen auch wirklich etwas Wertvolles geben. Echtes Verständnis ohne verborgenen Groll und Traurigkeit – und eine klare Orientierung, was okay ist und was nicht.

Und dir selbst gibst du damit deinen Raum, deine Wahlfreiheit und deinen Selbstwert zurück!

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